Nicht
sich-berieseln-lassen mit
entspannender Musik, sondern innehalten und wahrnehmen dessen, was ist: Umweltgeräusche,
Gedanken, Körperempfindungen, Gefühle, Musik ... Nicht
Einflussnehmen, sondern Geschehenlassen.
Das Regulative
Musiktraining (RMT) ist eine Anleitung zur gezielten Spannungsregulation mit
Musik. Sie richtet sich an alle Menschen, die ihre Wahrnehmungen differenzieren
möchten, um so innere Spannungen wirksam zu bearbeiten.
Unser gesellschaftliches Leben wird heute in
zunehmendem Maße von hohen Leistungsanforderungen geprägt, die den Einzelnen
oft bis an die Grenzen der individuellen Anpassung führen. Eine häufige Folge
sind Verspannungen, welche sich in Form der typischen Stresssymptome zeigen:
zum Beispiel Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen,
Verdauungsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Eine gesunde, dem persönlichen Leistungsanspruch
förderliche Anspannung ist auf die Dauer nur realisierbar, wenn die Person im
gleichen Maße Entspannung im Sinne von Lösung und Genießen beherrscht. So hat
in den 80er Jahren Dr. Christoph Schwabe aus der psychotherapeutischen Methode
‘Regulative Musiktherapie’ das ‘Regulative Musiktraining’ zur Behandlung
psychosomatischer Symptome entwickelt. Lösung und Genießen bedeutet hier nicht
das „Abschalten“, nicht ein Verleugnen und Verdrängen einer Verspannung durch
Ablenkung. Gemeint ist vielmehr ein „Umschalten“. Eine Verspannung kann am
ehesten losgelassen bzw. gelöst werden, wenn die Person ihre Aufmerksamkeit,
ohne zusätzliche Willensanstrengung und ohne das damit eng verbundene Abschaltenwollen,
auf andere Bereiche umlenkt.
Im Mittelpunkt des Trainings steht das Hören von instrumentaler
Orchestermusik. Ziel ist, die Aufmerksamkeit auf die Bereiche der Musik
(hören), des Körpers (spüren) sowie der Gedanken, Gefühle und Stimmungen
(fühlen) zu lenken. Die Wahrnehmung wird somit differenziert, innere
Verspannungen können erkannt, verstanden, benannt und einer regulativen
Bearbeitung zugänglich gemacht werden.
Musikalische Vorkenntnisse sind für das Regulative
Musiktraining nicht erforderlich!